Die Fans des BVB
Borussia Dortmund ist nicht nur aufgrund seiner sportlichen Erfolge einer der bekanntesten Vereine Europas; die aktive Fanszene der Borussia gilt als eine der kreativsten und bedeutendsten in Deutschland. Neben der Tatsache, dass der Verein seit vielen Jahren die meisten Zuschauer im deutschen Fußball anzieht und regelmäßig auch zu den Vereinen mit dem höchsten Zuschauerschnitt in Europa gehört, verfügen die Fans der Borussia mit der Informations- und Diskussionsplattform Schwatzgelb.de auch über eines der größten Fanzines in Deutschland.
Bereits zweimal (2003/04 und 2004/05) wurde im Westfalenstadion die höchste Durchschnittszuschauerzahl in Europa gemessen, im deutschen Fußball ist die Rekordmarke von ca. 1,35 Millionen Zuschauern aus der Saison 2003/04, der ersten nach dem letzten Stadionsausbau, unerreicht. Der BVB verkauft für jede Saison etwa 45.000 Dauerkarten - so viele wie kein anderer deutscher Verein. Dem Club gehören etwa 25.000 Mitglieder an.
Borussia Dortmund hat über 650 offizielle Fanclubs in der ganzen Welt, mehr als 25.000 BVB-Fans sind darin organisiert. Schwerpunktmäßig kommen die Fans der Borussia allerdings aus Dortmund und dem westfälischen Umland. Neben Dortmund sind insbesondere Hagen, Hamm, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Unna, der östliche Teil des Kreises Recklinghausen, der Kreis Soest sowie das Sauer-Siegerland BVB-Fan-Hochburgen, in denen kein anderer Verein mehr Anhänger als Borussia Dortmund besitzt. Die fanatischsten unter ihnen verfolgen die Heimspiele ihrer Borussia auf der Südtribüne des Signal Iduna Parks, der mit etwa 25.000 Plätzen größten Stehplatztribüne Europas. und das
Neben zahlreichen für ihre Liebe zum Fußball und zum Verein bekannten Fangruppen gab und gibt es aber auch beim BVB Zusammenschlüsse rechtsradikaler Fans. Vor allem die gewaltbereite Borussenfront um „SS-Siggi“ Borchardt machte bundesweite Schlagzeilen, als im September 1983 ein Artikel im Stern unter dem Titel „Blut, Blut muss fließen...“ erschienen war. Vorausgegangen waren sowohl brutale Übergriffe auf Anhänger aus dem linksalternativen Milieu in der Dortmunder Nordstadt als auch rechtsradikale Schlachtrufe auf der Südtribüne. Der Verein begegnete diesem Phänomen zunächst durch die Einrichtung eines Fanprojekts und verschiedener Arbeitsprojekte im Vereinsumfeld, heute sorgt vor allem die aktive Fanszene um die Dortmunder Ultragruppierungen Desperados '99The Unity dafür, dass die Borussenfront nur sehr dezent bei Spielen des BVB auftritt und keinen wesentlichen Einfluss auf die Fankultur in Dortmund mehr besitzt. Diese konsequente Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen im Vereinsfußball wurde 2007 mit dem Julius-Hirsch-Preis für das Dortmunder Fanprojekt ausgezeichnet.